11 Wochen USA - Ein Reisebericht

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Von Christian Dankbar










02.10.2005 - Let's rock! (Anreise)


Strahlend blauer Himmel am Morgen des zweiten Oktobers. Kein Wölkchen am Himmel. Um halb Zehn gings los: Mein Kollege Björn hat sich bereiterklärt, mich mit seinem 320i zum Flughafen zu bringen.

Flughafen Düsseldorf

Luftbild des Düsseldorfer Flughafens

Die A31 war fast leer, und so ging es zügig voran. Am Flughafen ging soweit auch alles glatt: Kaum Warteschlangen, genügend Zeit, einzuchecken und die nötigen Sicherheitskontrollen (zwei an der Zahl, frage mich, warum eine nicht gereicht hat?) zu passieren und sich in aller Ruhe in den Airbus A320 der British Airways Richtung London Heathrow zu setzen.

Der Airbus hatte schon bessere Tage gesehen muss ich sagen, und der Flug war recht holprig, abgesehen davon, dass er eine halbe Stunde Verspätung hatte. Das ein oder andere Luftloch hat mich während des Fluges schnell dazu gebracht, mich nicht unbedingt auf den Anschlussflug zu freuen - Achterbahn-Freaks mögen da anders denken, aber ich stehe nicht so auf permanentem Up-and-Down mit Dauer-Kribbeln im Bauch. Aber eh ich mich versah, setzte die Maschine auch schon wieder zur Landung an, und zum ersten Mal in meinem Leben betrat ich die Königliche Insel :)
Der Flughafen London Heathrow ist ziemlich groß. Ich musste von meinem Ankunftsterminal Nr. 1 zum Terminal 4. Das ging am besten mit dem Shuttle-Bus, der mir dann quasi als netten Nebeneffekt eine Gratis-Sightseeingtour quer durch den Airport lieferte.

Anm.: Seit Ankunft in Terminal 1 kann ich sagen: Jetzt habe auch ICH einmal einen Windows Bluescreen auf einem Abflugsmonitor gesehen! :-))

Angekommen im Terminal 4 galt es für mich, die nächsten vier Stunden mit Warten zu verbringen, da mein Anschlussflug erst um 18:40h ging.

British Airways Boeing 777

London Heathrow: Sonnenuntergang über der Boeing 777 nach Newark

Der Anschlussflug mit der wesentlich größeren Boeing 777 war dann deutlichst angenehmer als der vorherige! Angenehm überrascht von Service und Komfort ließ ich mir den Flug so richtig gutgehen: Lasagne mit einem französischen Rotwein, Madagascar und Simpsons, Welt am Sonntag mit einem sehr interessanten Artikel, ab und zu ein entspannter Blick aus dem Fenster, dem Sonnenuntergang entgegen, ließen mich den Flug angenehm überstehen. Das einzig nervige war der einzige Schnarcher im gesamten Flugzeug, der natürlich links neben mir saß.. Man glaubt es kaum, aber der hat (ungelogen) sowohl den Start in London als auch die Landung in Newark verpennt! Im Gegensatz dazu war der Adrenalinpegel bei mir so ziemlich am Anschlag, zumal das Flugzeug bei der Landung nach dem Aufsetzen dermaßen ins Schlingern kam, dass ich dachte "Jetzt ist's soweit!" Der Pilot hat die Kurve aber noch so gerade gekriegt, und Minuten später befand ich mich als erste Amtshandlung in den USA bei einer der Lieblingsbeschäftigungen der Amis: Schlangestehen :)

Nachdem ich sämtliche konfusen Fragen des Einreisebeamten beantwortet hatte (der konnte Fragen fragen!), schnappte ich mir mein Gepäck und machte mich auf zum AirTrain, der die Flughafen-Terminals und den Bahnhof Newark Airport verband - Erinnerte mich stark an Düsseldorf, auch dort gibt es sowas ähnliches. Nur das hier alles irgendwie größer ist. Am Bahnhof angekommen zog ich mir per Credit Card (ALLES geht hier mit CC) ein Ticket nach Princeton Junction und begab mich zum Gleis 5. Als ich bei der Gelegenheit erstmalig an die frische Luft kam, durfte ich zu meiner positiven Überraschung feststellen, wie warm es trotz fortgeschrittener Uhrzeit es immer noch war! Sogleich rauschte auch schon der Zug in den Bahnhof, und ab ging die Post.

Zugfahren in den USA ist irgendwie genau wie ältere Nahverkehrszüge in Deutschland: Laut, zugig, ungemütlich und es stinkt permanent nach heißgelaufenen Bremsen und altem Schmierfett. Nach gut einer halben Stunde Fahrt schallte es dann endlich "Princeton Junction next stop, Prrrrrrincetooon Junnnnnctionnnnn" aus den Lautsprechern, und ich war erlöst. Markus erwartete mich an den Gleisen und empfing mich mit einem warmen Händedruck. Mit dem Auto brachte er mich und mein Gepäck zur 265 Ewing Street, was von da an mein zu Hause für die nächsten elf Wochen werden sollte.

Thomas, mein Vermieter und gleichzeitig auch Mitbewohner, empfing uns abends nach Elf Uhr Ortszeit im ersten Stock, wo ich in meinem Zimmer zu meiner Freude ein frisch bezogenes Bett vorfinden durfte. Nach einem kleinen Gespräch und einem kleinen Abstecher ins Internet hab ich mich dann auch recht zügig zum Schlafen gelegt, denn wie man sich vorstellen kann, war ich nach dem Trip echt fertig. Mir schwankte schon der Boden unter den Füßen.. ob vom Wein, vom Fliegen oder einfach nur, weil mein Körper schon bei 7 Uhr morgens war, obwohl es erst 1:00 Uhr Ortszeit war - man weiß es nicht.







03.10.2005 - "Hello, I'm new."


Am nächsten Morgen bin ich durchgeschwitzt aufgewacht, weil das Wetter echt wärmer war als ich gedacht hatte. Noch etwas konfus von meiner neuen Umgebung rappelte ich mich zu einem Frühstück auf... erm Frühstück? Was sollte ich überhaupt frühstücken? Dunkel erinnerte ich mich, dass Thomas mir am Vorabend etwas von "Cereals and milk" erzählt und gezeigt hatte, und so mixte ich mir ein schmackhaftes Banane-Nuss-Müsli zusammen.

Es stellte sich direkt nach dem Frühstück folgendes Problem: Dem Laptop ging langsam aber sicher der Saft aus. Und das dumme Travel Adapter, das ich mir im Real gekauft hatte, hatte an Stelle der Schutzkontakte zwei Plastikstege, die aber gute zwei Millimeter zu breit waren, sodass ich keinen Stecker in den Adapter stecken konnte! Da das mein einziger Adapter war, den ich mitgebracht hatte, musste ich improvisieren: Email an Thomas, mit der Frage nach einem Seitenschneider oder einer Spitzzange. Plastikstege gestutzt, et voilà: Es gab Saft für das Notebook, und der Tag war gerettet. Inzwischen hatte sich auch der dritte Mitbewohner Björn per Email bei mir gemeldet und sich entschuldigt, dass er am Vorabend schon im Bett war - Ist doch verständlich, war ja wirklich recht spät :]
Sämtliche Klamotten, die ich in meinen zwei Koffern mitgebracht hatte, passten locker in den Schrank und die Kommode, die - nebst Bett und Schreibtisch - bereits im Zimmer vorhanden waren.

Björn kündigte sich per Email zu halb Fünf an, und sagte, er könne mir dann mit dem Auto erstmal Princeton zeigen und mich gern wo hinfahren. Doch erstmal hieß es für mich: Mittagessen. Doch was? Und wo?
Völlig fremd in der Stadt (im Land!) hab ich mich einfach auf die Socken gemacht und bin mit dem Fahrrad (freundliche Dauerleihgabe von Markus, danke nochmal an dieser Stelle: Es hat sich von Anfang an bezahlt gemacht) die Nassau St. auf und abgefahren, was Princetons "Zentrum" ist. Dort fand ich zwar nicht den BurgerKing, den ich ursprünglich angepeilt hatte (der war wohl zu gut versteckt), aber ein Kiosk mit eingebauter Frittenbude tats genauso gut: Hamburger n Fries, 'ne Flasche 7up - das typische Mittagessen in diesem Land? Zumindest hats geschmeckt.

Nachmittags, als Björn dann von der Arbeit kam, sind wir erstmal einkaufen gefahren, damit ich mir ein paar Grundnahrungsmittel (Bier und Wein - nein Scherz) kaufen konnte, um morgens gepflegt frühstücken zu können etc. Dann fuhren wir auf meinen Wunsch noch zu einem Baumarkt, wo ich mir dann einen schönen flauschigen Bettvorleger gekauft habe - das war irgendwie ein MUSS: Damals, als ich '93 mit meinen Eltern und meiner Schwester unsere ehemaligen Nachbarn in Chicago besucht habe, hatten diese einen superflauschigen Luxusteppich in der gesamten Wohnung. Das prägte sich damals als eindeutige Assoziation ein: Weißer flauschiger Teppich -> USA. Es ist zwar jetzt nur ein kleiner Bettvorleger, und dieser hier ist sicher nicht so flauschig, aber es ist ein Anfang :)

Abends dann wollten die zwei noch losfahren und ihre Wäsche waschen, und fragten mich, ob ich mitwolle. Da mir das früher oder später auch noch blühte, bin ich mitgefahren, um mir mal ein Bild zu machen von der Laundry, und wie die Dinge dort laufen. Es war einer der typischen Waschsalons, wie man sie auch aus den Filmen kennt. Während des Hauptwaschgangs sind wir dann Asiatisch essen gegangen (es war thai food soweit ich weiß?). Sehr Lecker.







04.10.2005 - Meetings n Movies...


Kurzfassung des Tages:
Vormittags: Treffen mit Markus im Panera (eine Art Caféhaus-Kette, schwer zu beschreiben.. jedenfalls gibt es dort kostenlosen Internetzugang via WLAN), allgemeine Besprechung der weiteren Vorgehensweise zwecks Masterarbeit und erstes Ausarbeiten des Gesamtziels. Bis in den Nachmittag hinein.

Panera

Das Panera

Nachmittags: Bissl was essen, kurze Internetrecherche, und dann mit dem Rad quer über den halben Campus! Man ist der riesig!!
Abends: Kino! Jeden Dienstag gehen wir für 4,50$ special price ins Kino. Heute Abend haben wir uns Oliver Twist angesehen - ein sehr überzeugender Ben Kingsley, der als solcher nicht zu erkennen war. Wir haben allerdings weniger als die Hälfte verstanden, da die Schauspieler im O-Ton ein sehr authentisches veraltetes Englisch gesprochen haben. Sogar Scott, ein hiesiger Freund von Tom, hat nur die Hälfte verstanden, was mich dann doch einigermaßen beruhigt hat (ich hab schon arg an mir gezweifelt, was mein Englisch angeht) ;)
Besonderes Highlight dieses Kinobesuchs war die Hin- und Rückfahrt! Björn hat seinen Wagen z Zt in der Werkstatt und somit einen Leihwagen - see yourself! (Foto leider im Dunkeln.. später folgen bessere!)

Mustang

Ein Ford Mustang 2006 Coupé V6 !







05.10.2005 - What a mess


Heute Vormittag ist mir das Klo verstopft, und wo das ganze Wasser (und was halt drin war..) hingelaufen ist, und was das für mich für Konsequenzen hatte, will ich jetzt an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Jedenfalls konnte ich in dieser Situation sehr von meinen "Skills" aus dem Altenheim profitieren, denn ich behaupte: Jeder andere hätte sich übergeben ;) Dummerweise hat mich die ganze Sch**ße ziemlich viel Zeit gekostet!

Nachmittags dann, als Björn von der Arbeit kam, konnten wir uns den Mustang nochmal vornehmen:

Mustang

Der Mustang

Abends kam noch Julia vorbei, eine Bekannte von Björn und Tom. Sie brauchte wohl Hilfe von Björn, was ihr Notebook anging. Und wo sie schonmal da war, haben wir noch zusammen Abend gegessen.







06.10.2005 - Princeton University Main Campus


Am Nachmittag dieses bewölkten Tages habe ich mich mit dem Fahrrad auf meine erste Foto-Tour gemacht. Dabei habe ich zuerst das Albert Einstein Denkmal abgelichtet, das am Ende der Nassau Street steht, genannt "EMC Square". In der Nähe findet man die "Princeton Bell", eines der wenigen Überbleibsel von einem der ersten Marineschiffe der USA (siehe Bild der Tafel). Direkt daneben steht ein riesiges Kriegerdenkmal, wofür es genau steht habe ich bisher noch nicht rausgefunden. Es geht zumindest um eine Schlacht mit Washington. Anbei noch kleinere Gedenktafeln.. Absolute Patriotism :-)

Zwischen dem EMC Square und dem Denkmal befindet sich dann noch ein kunstvoll in Metall gehauener Zeitungsleser.

Dann habe ich mich mit der Kamera auf Streifzug quer über den Campus gemacht und allemöglichen Gebäude geknipst, leider ohne zu wissen, wie diese heißen oder welche Funktion sie haben. Auf jeden Fall mehr als sehenswert! Man kann mit Fotos nicht ansatzweise das wiedergeben, was man ich will nicht sagen sieht, sondern erlebt, wenn man über den Campus geht! Unbeschreiblich!







07.10.2005 - Triumph


Meinen ersten Freitag Abend haben Björn und ich im Triumph, dem lokalen Brauereihaus verbracht. Dort gab es für $5 Eintritt Livemusik (irgendwas zwischen indisch und türkisch).

Triumph

Das Triumph bei Tag

Gegen 11pm haben wir dann noch Robert, einen Arbeitskollegen von Björn, mit dem Auto zum Bahnhof gebracht, weil dieser übers Wochenende nach Illinois zu seiner Freundin fliegt.. Leider habe ich von diesem Abend gar keine Fotos. Aber vom Triumph mache ich auf jeden Fall noch welche, ist irgendwie ne urige Location.

Den Rest des Abends (und die halbe Nacht;) haben Björn und ich mit einer netten Unterhaltung über Gott und die Welt (und Frauen) bei Gin-Tonic zu Hause verbracht, bis uns dann irgendwann das Tonic Water ausging, und wir uns ins Bett begaben.







08.10.2005 - Angus!


Nachdem wir gut geschlafen hatten, haben Björn und ich uns auf Shoppingtour für den heutigen Abend gemacht: Supermarkt (Futter), Liquor Outlet (günstig Alkoholische Getränke kaufen.. die haben wir aber nie getrunken, keine Angst;), und noch ein Abstecher bei SubWays, um für den Moment gut im Futter zu bleiben.. Hier sind einfach mal ein paar Fotos, die ich unterwegs geschossen habe. Dabei sind drei dicke Autos: Ein Cadillac und ein Ford, die ich auf dem Parkplatz des Liquor Outlets gesehen habe, und eine gelbe Corvette auf dem Parkplatz des SubWays.
Wie auf den Fotos unschwer zu erkennen ist, regnete es in Strömen. Die Luft war stickig und schwül, denn die Temperaturen sind kaum gesunken, sodass man sich bei 25°C im Zimmer am liebsten das T-Shirt ausziehen wollte.. Das tat meiner/unserer Laune aber keinen Abbruch, denn abends habe ich gekocht. Jeder weiß, wie gerne ich Steaks mag. Daher gab es leckeres vom Angus-Rind, dazu baked potatoes und Salat mediterane Art.

Ich koche

Ich koche..

Und an diesem Abend gab es nicht nur leckeres Angus mit einem guten afrikanischen Shiraz in guter Gesellschaft, sondern auch noch einen guten Film: Lost in Translation - mit Kommentaren von Thomas, der einem den Film erst so richtig schmackhaft machen konnte, da er bereits in Japan war und daher den Witz des Films besser versteht als jeder andere hier. Leider hatte Julia Kopfweh und hat sich recht fix verabschiedet, sodass wir drei uns dann nach dem Film allein bei einem gemütlichen Vodka-Lemon über die deutsche Politik ausgelassen haben, bevor Tom und ich unsere gemeinsame Leidenschaft für Gitarre und Blues ausgelebt haben!
Alles in allem muss ich sagen: Das war einer meiner besten Abende, die ich jemals erlebt habe. Ich werd mich immer an diesen Abend erinnern, und ich danke allen Leuten, die es mir ermöglicht haben, dies so zu erleben. Es ist unbeschreiblich, thank You so very much!







09.10.2005 - Sunday chill


Dank der Ohropax, die ich mir gestern beim Shopping gekauft habe, konnte ich recht lange ausschlafen, ohne von den manchmal recht lauten Geräuschen aus der Nachbarschaft aufgeweckt zu werden. Der Tag war total verregnet, also prädestiniert dazu, ein weiterer Tag in Trainingshose zu werden, an dem einfach nur nach bestem Wissen "gechillt" wird :)

Abends dann kam Scott zu Besuch vorbei, und es gab leckere Pizza! Dabei waren jeweils ein kleines Töpfchen leckere Knoblauchsauce und eine scharfe Chilischote - Wer die Chilis mit Freuden gegessen hat, muss ich hier denke ich nicht weiter erläutern ;)

Pizza

Pizza...

Pan-Pizza

...und Pan-Pizza

Scott kam gerade aus Berlin wieder, er hat dort übers Wochenende seine Verlobte besucht. Solange er mehr Zeit in Berlin als im Flugzeug verbringt geht es noch meinte er :-)







10.10.2005 - Schachmatt


Der heutige Tag wurde in jeglicher Hinsicht dominiert von Müdigkeit. Tom kam spät und reichlich gestresst von der Arbeit, wirkte matt, und von Björn fang ich gar nicht erst an ;) Auch ich war den ganzen Tag über nicht unbedingt der wachste.. Da das Wetter den ganzen Tag über recht frisch war und die Heizung aus bisher ungeklärten Gründen nicht funktionierte, musste ich mich nachmittags wieder unter die Bettdecke zurückziehen, um nicht zu erfrieren. Und wo man schonmal da ist, hält man dann auch gleich noch ein Nickerchen. Wie gesagt, Müdigkeit dominierte den Tag.







11.10.2005 - Immer lächeln


In einem fremden Land um kurz nach Neun von einem lauten Kopfen, begleitet mit "Helllloooooo, anybody there!?" geweckt zu werden, ist nicht unbedingt das, was man sich hier wünscht - aber genauso ging es heute morgen bei mir los. Völlig überrumpelt und noch total benommen vom zuckersüßen Schlaf, der dem folgenden voranging, watschelte ich zur Tür und fragte "Who's there?" - "My name is Tom and I am here to..." den Rest hab ich kaum verstanden, weil der gute Mensch, wie ich nach dem Öffnen der Tür feststellen durfte, dank seiner vorstehenden Zähne ein ziemlich undeutliches Englisch draufhatte. Da stand ich in meinem Schlafanzug, und er brabbelte was von "check the plugs". Tom ging direkt in die Küche, um sich dort auf die Suche nach sämtlichen Steckdosen zu machen. Ich kann mich dunkel erinnern, im Halbschlaf etwas wie "just got up, so.." gesagt zu haben, worauf er meinte "Oh really? I didn't wanna wake up anybody." Ich meinte "It's okay, I just wanted to get up either.", und Tom setzte seine Suche im Bad fort: "...any plugs hidden behind these towels..?" - ein uriger Typ. Als er dann seine Suche (wonach auch immer - vielleicht eine defekte Steckdose?) aufgab, ging er wieder.
Wie sich dann nach einer Email an Thomas herausstellte, war der gute Tom der Hauselektriker und -mechaniker. Warum er da war, darauf wussten weder Thomas noch Björn eine Antwort. Vielleicht war in der Wohnung unter uns was kaputt? Nobody knows..

Für den heutigen Tag haben Markus und ich wieder ein Meeting um 11am anberaumt, dieses Mal aber nicht im Paneras, sondern im Wild Oats, ein alternativer kleiner Supermarkt für Bioprodukte und gleichzeitig Mini-Restaurant. Sehr urig, ich mache noch Bilder davon.

Wer kennt sie eigentlich nicht, die Japaner oder Chinesen, die, wenn man sie etwas fragt, das sie nicht verstehen, einfach nur freundlich lächeln und nicken, ohne zu antworten? Ich gebe zu, ich habe mich gerne über solche Leute in solchen Situationen amüsiert. Bis heute. Denn nach dem bezahlen ist mir aufgefallen, dass ich mal einer dieser Leute war, der der Kassiererin freundlich lächelnd gegenüberstand und nichts sagte - obwohl sie mich (wie ich später erst realisierte) gefragt hatte, ob es kein Versehen war, dass ich ihr eine $100-Note gegeben habe. Nunja, und da stand ich halt, lächelnd, und nichts ahnend, wie blöd ich mir gleich vorkommen würde, wenn ich draußen erst realisieren würde, dass sie mich eigentlich etwas gefragt hatte, und ich nur dastand und lächelte :)

Nachmittags kam Björn mal wieder mit einem Leihwagen nach hause, weil seiner (mal wieder) in der Werkstatt war. Dieses Mal hat er jedoch nicht so einen Spritfresser wie den Mustang bekommen, und gleich dazu war dieser noch eine Nummer edler - ich wollte am liebsten direkt einziehen ;) siehe Fotos!

Der Wagen von außen

Ein Kia Amanti, sieht aber eher nach Mercedes aus.. Im Hintergrund übrigens die Front eines der Shopping Centers

Der Wagen von innen

Von innen purer Luxus: Sitzheizung, Infinity Soundsystem, Klimatronic für Fahrer/Beifahrer getrennt, komplett elektronische Sitzverstellung uvm.

Und mit genau diesem Luxusmobil sind wir dann abends ins Cineplex gefahren, um uns den neuen Wallace and Gromit anzusehen: Wallace & Gromit: The Curse of the Were-Rabbit (auf Deutsch: Wallace & Gromit und das Geheimnis des Wer-Karnickels, Wer im Sinne von Werwolf). Im Gegensatz zu Oliver Twist habe ich in diesem Film 97% des Gesprochenen verstanden. Und der Film war ohne Frage absolut lustig! Wir haben gut gelacht :-D
Interessant fand ich, dass man bei den Nahaufnahmen von glatten Oberflächen wie z.B. Gesichtern noch die Fingerabdrücke in der Knetmasse sehen konnte: Authentischer geht es nimmer oder?







12.10.2005 - HOT!


Dies war ein absolut ereignisloser Tag. Ich habe den ganzen Tag gearbeitet, und bis auf heftige Regenfälle war nichts besonderes - außer, dass die Heizung immer noch nicht funktionierte, ich jetzt aber weiß, wie man scharf (!) kocht - mit nur einer "Scheibe" von den frischen Jalapenos, die ich mir gekauft habe. Ich meine, ich esse oft und gerne sehr scharf, aber zu denen sag ich nur soviel: Lieber trink ich ein Pinnchen Tabasco, als nochmal einen slice von denen pur zu probieren! Als ich das gemacht hab, gings mir genau bis 15 Sekunden nach Zerkauen noch gut. Danach hab ichs nur noch mit Milch im Mund ausgehalten, weil die Schärfe echt schon weh tat.

Jalapenos

Ich habe noch nie etwas schärferes gehabt als diese unscheinbaren kleinen nach frischer Paprika schmeckenden Jalapenos!

Beim Kochen mit diesem orangefarbenen Teufelswerk sind übrigens beide Kohlenmonoxid-Warnmelder angegangen, die im Flur hängen: Ob das was zu sagen hat? :)
Abends haben wir dann noch von Scrubs die ersten drei Folgen der ersten Staffel gesehen - auf Deutsch. Tat auch mal wieder ganz gut ;)







13.10.2005 - Tsuboyama san


Und wieder ein Tag voller Arbeit.
Gegen ABend sind Björn und ich dann mit dem Auto Shoppen gefahren: Zuerst gings in den Princeton Record Exchange - ein typisch amerikanischer music store (wie er im Buche steht, Fotos folgen). Da gabs für mich dann den Doppel-CD-Klassiker Metallica - Garage Inc. für $7,99, was schon ein Schnäppchen ist.. Den Laden sollte ich wohl noch öfters aufsuchen...
Danach waren wir im Leckerstore und im ShopRite (Supermarkt), wo ich dann heimlich ein Foto von dem Steaksaucenregal geschossen habe:

Steaksaucenregal

Supermarktregal mit einer Riesenauswahl an Steaksaucen! So ähnlich muss es auch im Himmel aussehen ;)

Heimlich aus dem Grund, als dass die meisten Supermärkte es nicht gerne sehen, dass sie abgelichtet werden - aus welchen Gründen auch immer, aber die stellen sich da wohl ziemlich an. Deswegen ist das Foto auch recht schief: Aus der Hüfte geschossen :)
Als wir wieder nach hause kamen, war Tom bereits am Abendessen zaubern: Gebratener Lachs mit Reis und gedünstetem Broccoli. Es schmeckte ausgezeichnet! Mit von der Partie war diesen Abend Tom's Arbeitskollege Toru Tsuboyama aus Japan, den er zum Abendessen eingeladen hatte. Die zwei arbeiten zusammen an einem gemeinsamen Projekt, und Tsuboyama san ist diese Woche zu Besuch hier in Princeton.







14.10.2005 - A rainy Woodbury Outlet


Nach einem arbeitsreichen Vor- und Nachmittag haben Björn und ich uns zum Woodbury Premium Outlet aufgemacht, um dort etwas zu shoppen. Es hat geregnet wie Hölle, und als wir uns dort behelfsmäßig mit nur einem Schirm bewaffnet von Shop zu Shop flüchteten, sind wir trotz Schirm gut nass geworden. Aber es hat sich gelohnt, jeder hat sich feine Sachen gekauft. Und so sind wir guter Dinge wieder heimgefahren. Auf dem Heimweg waren wir noch bei Dunkin' Donuts, was hier in den Staaten DIE Donut-Kette ist, und wo es echt leckeren heißen schwarzen Kaffee gibt (guter Kaffee kommt leider nicht allzu oft vor hier..). Es hat dann auch aufgehört zu regnen, sodass die Rückfahrt deutlich angenehmer war als die Hinfahrt.

Auf dem Hinweg habe ich ein Foto von etwas ziemlich typisch Amerikanischem geschossen: Ein Drive-In für eine Bank! Ja, die Amis machen einfach ALLES mit dem Auto! Ich hab mir nur gedacht: Ohne Foto glaubt mir das niemand...

Drive-In-Bank

Etwas schlecht zu erkennen, aber wahr: Ein Drive-In einer Bank! Hier normal.







15.10.2005 - Campus tour part 2 and Ivy Inn


Nachdem Tom früh morgens schon und Björn dann gegen Mittag weggefahren sind, weil sie auf Hochzeit eingeladen waren, hieß es für mich, dass ich für den restlichen Samstag und auch den Sonntag alleine war. Da aber das Wetter wieder gut war, habe ich mir nachmittags meine neue Kamera geschnappt und mich auf's Fahrrad geschwungen! Dieses Mal habe ich wieder eine ausgiebige Tour quer über den Campus gemacht, sogar bis runter zum See, und habe viele viele Fotos geschossen. Am See habe ich einen älteren Mann namens John getroffen, der es sich auf einer Decke gemütlich gemacht hat und eine ganze Packung Brot an die kanadischen Gänse zu verfüttern. Er hat einfach die Stille und die Natur genossen, weil er sonst jeden Tag im Büro arbeiten muss.. Wir haben uns sehr nett unterhalten! Danach bin ich mit dem Rad weiter zum Football-Stadion, wo ich laut John wohl grad ein Spiel der Princeton Tigers verpasst habe..

Dann hab ich mich so langsam auf den Heimweg gemacht, weil ich bereits Schwielen an den Händen bekam. Nur Gott alleine weiß, wieviel Kilometer ich an dem Tag gefahren bin. Aber es waren sicher nicht wenig!
Wieder daheim angekommen hab ich mich so langsam ans Abendessen gemacht. Die Frage war: Was koche ich? Die Antwort lag nahe: Hey, ich bin in Amerika, also gibt es für mich das typisch amerikanische Essen: Einen nahrhaften Burger, dazu ein eiskaltes Bud, und als Nachtisch nen Donut :-))


Anmerkung zu den Bildern:
Diese Aufnahmen sind nicht gestellt und entstanden absolut spontan ;-)

essen

Lecker?


essen

Lecker!


Abends dann bin ich (gestärkt vom Ami-Futter) zu Fuß bis zum Palmer Square gelaufen, um mich nach einer guten Bar umzuschauen.. In der ersten, in der ich war (Winberies, direkt am Palmer Square) war leider überhaupt kein Platz mehr frei, sodass ich wieder raus bin und in die nächste. Dort habe ich mir dann ein Bier getrunken, und bin auch dort wieder raus, weil ich unbedingt noch in die Studentenbar gehen wollte: Das Ivy Inn.
Nach einer Ausweiskontrolle bin ich wie gesagt rein in Princeton's (einzige?) Studentenkneipe.. Einfach nur laut, etwas schmuddelig und viele viele Leute. Nach einer Weile bin ich dann mit zwei Jungs ins Gespräch gekommen: Don und Phillip. Phillip ist in Belgien geboren und die ersten zehn Jahre dort aufgewachsen, bevor er herkam. Er ist ebenfalls DJ, und wir haben guten Gesprächsstoff gehabt :)

Man hat mir bereits kurz nach meiner Ankunft hier erzählt, dass in Philadelphia alle (ja, alle!) Kneipen und Diskotheken um Punkt zwei Uhr nachts dicht machen, und alle gehen heim. Als ich das gehört habe, dachte ich, man wolle mich auf den Arm nehmen: Sowas ist doch undenkbar in einer Großstadt, oder? Okay, in Princeton bin ich dann leider auf die gleiche (Un-)Sitte gestoßen: Das Yvy Inn macht ernsthaft um zwei Uhr dicht! Auf wiedersehen, ausgiebiger Samstag Abend ;)







16.10.2005 - Sunday chill²


Nachdem ich mich einigermaßen von der vorherigen Nacht auskuriert hatte, bin ich den Sonntag genau so wie bereits viele andere Sonntage vorher angegangen: Faul im Bett liegen, TV (in diesem Fall nicht TV, sondern Southpark, da kein TV vorhanden..) schauen und den Nachdurst mit Wasser und O-Saft stillen.

Als Tom und Björn gegen Abend heim kamen, waren die zwei recht platt. Es muss wohl Unmengen Fleisch auf Amerika's Hochzeiten geben, so wie ich von den Erzählungen und den Bildern mitbekommen habe ;) Björn meinte, wenn man grad nicht weiß, was man machen soll, isst man einfach noch ein bisschen Fleisch. Wäre für mich auch genau das richtige gewesen hehehe!

Tom und Björn

Trotz des vielen Hochzeitessens waren Tom und Björn nach der Heimfahrt hungrig..

Abends ist Scott dann noch kurz vorbei gekommen, um ein paar Sachen abzuholen - er war auch mit auf der Hochzeit.

Scott

Scott (er schaut grad irgendwie wie ein Reh im Scheinwerferlicht)







17.10.2005 - Record shop & Spaceballs


Tagsüber viel viel Arbeit, und zwischendurch Schreibkrämpfe dank Zig Postkarten, die ich geschrieben habe.. Es dürften so an die Dreißig gewesen sein? Und ich war nachmittags noch einmal im Princeton Reckord Exchange, wo ich nebst zwei CDs auch noch das ein oder andere Foto von dem Laden ergattern konnte:

prex

Princeton Reckord Exchange - Ein ganz normaler (Ami-)Plattenladen

In diesem Laden gibt es übrigens gebrauchte und neue CDs, LPs, DVDs und Cassetten. Man kann hier richtig auf Schnäppchenjagd gehen, zum Beispiel gibt es eine ganze Wand voll CDs zum "Ausverkauf" für Preise zwischen $1,99 und $3,99. Da sind dann unter anderem auch alte Klassiker-Alben von Phil Collins oder Metallica dazwischen, eigentlich alles mögliche (außer Techno;).
Am Abend dann gab es einen Klassiker-Movie auf DVD: Spaceballs! Natürlich in O-Ton.. Scott joined us, thanks for coming Scott :-)







18.10.2005 - Cinema: Elizabethtown


Tagsüber wieder viel Arbeit, und abends ging es mit Tom, Björn, Julia und Timo (Julias Mitbewohner) ins Kino, wo Scott bereits auf uns wartete. Diesen Dienstag haben wir Elizabethtown angeschaut. Ich weiß nicht, woran genau es lag (vielleicht, dass durch die "Nicht-Synchronisation" der Film nicht kaputt gemacht wurde?), aber dieser Film hat mich sehr berührt und ist mir sehr nahe gegangen! Sehr gut gemacht muss ich sagen, wenn man mal von dem üblichen Kitsch absieht, der hier in Amerika so üblich ist und der natürlich auch in diesem Film vorkommt...
Film-Fazit: Wow. That one's really plucked my heartstrings! Kirsten Dunst did very great work in that role.

Danach ließen wir den Abend in Charly Brown's Steakhouse ausklingen, wo es Margaritas für $1,50 gab.

Dinner

Charly Brown's Steakhouse







19.10.2005 - Meeting, Campus (part 3), Karaoke


Bei perfekt mildem Herbstwetter (T-Shirt!) und strahlend blauem Himmel habe ich mich gegen Zehn mit Markus getroffen, dieses Mal im Whole Earth, einem weiteren Bioladen mit kleiner Sitz- und Kaffeetrink-Gelegenheit.

Whole Earth

Ein weiterer Bioladen in Princeton

Nach dem Meeting wieder zu Hause angekommen habe ich noch weiter gearbeitet, bis das unglaubliche Bombenwetter mich und meine Kamera auf das Fahrrad und Richtung Campus gezogen hat. Ja ich kann es nicht lassen, das gesamte Unigelände und die anliegenden Gebäude drum herum bieten so viele schöne Schnappschüsse! Hier ein paar davon:

Anm.: In Originalgröße sind die Fotos noch beeindruckender!


Campusfoto

Witherspoon Rockefeller College





Campusfoto

Witherspoon Rockefeller College





Campusfoto

Little Upperclass Dorm (Unterkünfte)





Campusfoto

Madison Rockefeller College





Campusfoto

Princeton Garden Theatre an der Nassau St.





Campusfoto

St. Paul's Church an der Nassau St.






Um 9.30pm ging es dann zum Karaokeabend ins Ivy Inn. Die Musik war ziemlich laut, aber die Stimmung war wirklich gut, und manche Sänger hatten es extrem gut drauf! Auch Julia, die einen ihrer Lieblingssongs zum Besten gab, hat wirklich überzeugt - sie hat heimlich geübt schätze ich *g*

Karaoke

Karaokeabend im Ivy Inn







20.10.2005 - Laundry


Nach einem arbeitsreichen Tag sind Tom, Björn und ich abends in die Laundry (Waschsalon) gefahren, um unsere Wäsche zu waschen. Wenn man so etwas gar nicht oder nur aus Filmen kennt (und so geht es den meisten Deutschen), dann ist das schon ein kleines Erlebnis für sich :-) Während des Waschgangs sind wir dann wieder heim (sind nur ein paar hundert Meter) und haben uns ein paar leckere Burger zubereitet.
Ansonsten war dieser Tag einer der ereignislosesten Tage seit meiner Ankunft.







21.10.2005 - New York Philharmonic!


Per Email kam am Tag davor von Björn die Anfrage, ob wir für $10 special student price in die New York Philharmonic gehen wollen. Da brauchte ich nicht lange überlegen und habe direkt zugesagt (die Karte kostete regulär $72). Gegen 5pm sind wir dann von zu Hause losgefahren, zunächst nach Siemens, um uns mit einigen von Björns Arbeitskollegen zu treffen. Wir sind dann mit zwei Autos Richtung New York gefahren, oder besser gesagt: Jersey City, um dort (kostenlos) zu parken und mit der U-Bahn ab Grove Street weiterzufahren (Haltestelle: siehe google maps, da wo das Ziel ist, ist die U-Bahn-Station).

Ziel der ersten U-Bahn-Fahrt war die Haltestelle WTC, wo jetzt der Ground Zero ist. Von dort aus wollten wir eigentlich mit der U-Bahn weiterfahren, aber die nächste Bahn fuhr erst in einer Viertelstunde, und wir waren mittlerweile recht spät dran. Also entschied Zac (ein Kollege von Björn), wir sollten ein Taxi nehmen, weil das schneller geht. Also raus aus der U-Bahn und... wie man es aus z.B. Sex and the City kennt: Man bekommt kein Cab! Es ist echt schwer, in NYC ein Taxi zu ergattern..

Als wir dann endlich in einem saßen, sagte Magnus dem Fahrer nur "Lincoln Center Plaza" und ab ging die Post, aber wie! Der Fahrer kannte nur Vollgas und Vollbremsung, als das, was es eigentlich noch dazwischen gibt bei ihm in der Fahrschule durchgenommen wurde, hat er wohl gefehlt ;)
Die Strecke, die wir gefahren sind, ist nicht ganz genau wie die auf google maps, wir sind die 6th Avenue (auch genannt Avenue of the Americans) bis zum Central Park gefahren, dann links, und am Columbus Circle (der Kreisverkehr an der südwestlichen Ecke des Central Parks) auf den Broadway.

NYC_Cab_6th

Taxifahrt NYC: 6th Street Richtung Central Park (Norden)

Nach einer wirklich wilden Taxifahrt längs durch Downtown Manhattan sind wir nach 15 Minuten (extrem schnell!!) an der NY Philharmonie angekommen.

Es gab insgesamt drei Klassik-Stücke zu hören, von denen wir das erste (trotz rasantester Hinfahrt) leider verpasst haben. Das zweite hat mir persönlich nicht so gut gefallen, da sehr viel "Unruhe" in dem Stück war und kaum eine Melodie zu erkennen war. Man hatte als Zuhörer kaum eine Chance, sich in das Stück einzufinden.
Das Highlight war das dritte Stück: Rachmaninoff's Concerto No. 3 in D minor, Op.30, das Piano gespielt vom (scheinbar?) weltberühmten Pianisten und gebürtigen Mazedonier Simon Trpceski! Dieser spielte vom 20.-22. Oktober in der New Yorker Philharmonic. Ich habe zwar noch nicht viele Pianisten spielen sehen, aber dieser war echt Klasse! Noch niemals in meinem Leben habe ich so flinke Finger gesehen. Dafür gab es nach dem Stück auch Standing Ovations! Unbeschreiblich beeindruckend, das muss man erlebt haben, ist nicht mit Worten zu erklären!

NYPh

Standing Ovations für den ausgezeichneten Pianisten Simon Trpceski!

Nach dem Konzert hatten wir etwas Zeit, Luft zu holen und mal ein paar typische (natürlich nicht gestellte!) Touristenfotos zu schießen. Hier eins davon:

NYC_Cab_6th

Der Brunnen der New York Philharmonic (auch zu erkennen auf den Satellitenbildern von google maps, das fadenkreuzartige Muster in der Mitte des Platzes)

(und hier ein weiteres in höherer Auflösung..)

Nach der atemberaubenden Vorstellung sind wir dann zu Fuß Richtung Süden den Broadway entlanggelaufen. Magnus, ein Arbeitskollege von Björn, kannte einen Irish Pub in der Nähe. Der Fußweg führte uns vorbei an dem Columbus Circle Kreisverkehr immer weiter Richtung Downtown.

Broadway

Links: Broadway Ecke 57. Street, Aufnahme Richtung Südosten; Rechts: Broadway zwischen 57. und 56. Street Richtung Süden

Wir sind dann in die 55. Street eingebogen, wo sich der Irish Pub befand.

Irish_Pub

McGee's Irish Pub, 240 West 55. Street



Dort haben wir in gemütlicher und zigarettenfreier (!) Atmosphäre ganz entspannt in lockerer Runde ein paar Drinks zu uns genommen.

Auf dem Rückweg (mit Cab, womit sonst?;) habe ich noch ein (gutes? zumindest bisher bestes) Foto vom Times Square erhaschen können:

Times_Square

Times Square Richtung Norden, aus der Heckscheibe eines NYC Yellow Cabs fotografiert

Ich verspreche, demnächst noch (mindestens!) einmal nach New York zu fahren, um bessere Fotos zu schießen, die ich dann auch für später als gute Erinnerungsfotos behalten kann.







22.10.2005 - Aldi & Southern Indish Dinner


Man soll es erstmal nicht glauben, aber der Albrecht Discount hat in den Vereinigten Staaten Fuß gefasst!

Aldi

Aldi in den Staaten

Die Preise sind vergleichbar günstig im Gegensatz zu Lebensmitteln in anderen Supermärkten - eben Aldi. Das Sortiment ist natürlich den hiesigen Gewohnheiten angepasst: Mehr Steaksaucen, kein Alkohol, Milch in Gallonen-Kanistern (1gal = 3,8l), usw.. Und Aldi hat auch ein blödes feature mit in die Staaten gebracht: Man muss hier genau wie in Deutschland ein Geldstück in die Einkaufswagen stecken, was hier sonst total unüblich (oder sogar gänzlich unbekannt) ist.

Abends dann war ich bei Markus zum Abendessen eingeladen.

Markus

Markus mit seiner gerade sechs Wochen alten Tochter Shilpa

Seine Frau Sita hat gekocht, und es war auch noch die Familie Neubauer eingeladen, Freunde von Markus und Sita. Da Markus' Frau aus Südindien stammt (sie lebte erst in Bombay, dann in Madras), gab es südindische Küche: Scharf (!), aber wirklich sehr lecker! Die Kinder beider Familien sprachen sowohl Deutsch als auch Englisch und konnten dementsprechend prima miteinander spielen, sie kannten sich eh schon von früheren Treffen. :)

Kids

Die Racker beim DVD gucken (zu sehen gab's Michel aus Lönneberga)

Wenn dann auch noch eine interessante DVD läuft, herrscht urplötzlich Stille im Haus, und die Kleinen konzentrieren sich voll und ganz auf die Geschehnisse in Lönneberga.

An dieser Stelle nochmal Danke Markus für die nette Einladung, Danke Sita für das ausgezeichnete Essen, und Danke an alle für den schönen Abend in netter Gesellschaft! I really enjoyed it!







23.10.2005 - On the beach...


Anstatt diesen Sonntag so wie die anderen Sonntage mit Chillen zu verbringen, haben Björn und ich uns nachmittags dazu entschlossen, an die Küste zu fahren, weil das Wetter zwar nicht mehr allzu warm, aber trotzdem herrlich war: Leicht bewölkt und strahlender Sonnenschein! Nach ca. einer Stunde Fahrt mit dem Auto (erst Richtung Süden und dann nach Osten) waren wir auch schon da. Der Ort nannte sich South Belmar. Und was macht man, wenn man mit ner Fotokamera in South Belmar am Altantik ist? Richtig: (nicht gestellte!) Fotos:

Beach

Meine Wenigkeit mal auf der anderen Seite des Atlantiks!

Cliffs

Schöne Klippen. Und wenn man genau hinschaut, kann man am Horizont den Eiffelturm erkennen ;)

Houses

Der Blick von den Felsen in Richtung Strand

Der Rückweg führte uns dann vorbei an Six Flags, einer Freizeitpark-Kette der Extraklasse: Hier in diesem Park steht die größte und schnellste Achterbahn der Welt: Den Kingda Ka! Ich erinnere mich, vor ein paar Monaten einen Bericht über Testfahrten und die Eröffnung im Fernsehen gesehen zu haben, und hätte im Traum nicht daran gedacht, dass ich mich mit diesem Stahlmonster einmal konfrontiert sehen würde!
Wir sind mit dem Auto auf den Parkplatz des Parks, und ich habe ein paar Fotos von der Steilkurve geschossen.. leider sind kaum gute darunter. Man kann sich besser die Fotos auf der Homepage des Freizeitparks anschauen. Trotzdem will ich hier eins zeigen:

Kingda_Ka

Das 45 Stockwerke hohe Gerüst der größten Achterbahn der Welt: Kingda-Ka

Wenn man sich die kleinen Autos im Vordergrund anschaut, wird einem eventuell das Ausmaß der Achterbahn deutlich. Aus den Daten von deren Homepage geht hervor, dass man dort von 0 auf 200km/h in 3,5 Sekunden katapultiert wird. Okay, ich schätze, da muss ich rein! Ich habe mir den "virtual ride" angesehen, und alleine vom Zusehen bekomme ich bereits schwitzige Hände und Herzrasen. Wer bekommt das nicht? Ich weiß nicht, ob ich da wirklich reingehen sollte... aber ich denke mir, dass bin ich meinem Kollegen Ramon, der ein absoluter Kirmes- und Freizeitpark-Fan ist, mehr als schuldig ;) Mal sehen, wann wir noch einmal hinfahren.
Wie so ein Freizeitpark übrigens von oben ausschaut, sieht man hier. Der Kingda Ka (im Norden des Parks zu finden, ragt quasi etwas in den Parkplatz rein, siehe dazu auch offizielle Übersichtskarte des Parks) ist meiner Meinung nach zu der Zeit, wo das Foto gemacht wurde, noch im Aufbau gewesen.







24.10.2005 - Meeting & Wilma's Trailer


An diesem Montag Vormittag habe ich mich wieder mit Markus getroffen, um einige Dinge bzgl. Masterarbeit zu besprechen. Dieses Mal hat er mir die Wahl des Treffpunktes überlassen, und so habe ich das Small World Coffee an der Witherspoon St. gewählt - Der Name hat lustigerweise viel mit dem Thema 'Complex Networks' zu tun, daher meine Wahl.

Meeting im Small World

Markus, Shilpa und ich beim Meeting im Small World Coffee

Das Wetter war den ganzen Tag über bewölkt, jedoch kein Regen. Abends dann haben uns die Ausläufer von Wilma erreicht, und es hat kräftig angefangen zu regnen, und der Wind war auch nicht ohne... Hier eine kleine Fotomontage der Universität von Wisconsin (alle Rechte liegen bei der Universität - Ich befinde mich da, wo das rote Sternchen ist, nahe der 6).







25.10.2005 - Cinema: Stay


Nachdem ich den ganzen Tag bei strömendem Regen (danke, Wilma) zuhause gehockt und programmiert habe, sind wir wie jeden Dienstag Abend ins Kino gegangen. Dieses Mal lag die Filmwahl an mir, und ich habe mich für den Film Stay entschieden. Ein sehr wirscher Film. Seit meiner Ankunft habe ich noch keinen so schlechten Film hier gesehen. Zwar gut gemacht, sehr viele technische und filmtechnische Raffinessen, aber handlungstechnisch erschloss sich uns irgendwie nicht so richtig der Sinn des Films..







26.10.2005 - Tom at work


Was gibt es besseres zur Abwechslung vom trockenen Programmieren als eine schöne Fahrradtour zum Department of High Energy Physics an der Princeton University? Dort habe ich nämlich nachmittags Tom besucht, und er hat mir nach einer einstündigen Schnellbesohlung in Teilchenphysik gezeigt, woran er zur Zeit arbeitet.

Tom at work

Tom in seinem Büro (Foto ist nicht gestellt;)







27.10.2005 - Triumph instead of Dbar


Mittags war ich mich ausnahmsweise mal mit Tom, Scott und einem seiner Arbeitskollegen Mittagessen. Bei SoupMan haben wir uns jeder einen Becher Suppe geholt und diesen dann bei strahlendem Sonnenschein und schätzungsweise 8°C (!) draußen gegessen. So verlebt man also hier seine Mittagspause..
Danach war ich noch kurz im Panera, wo ich drei Becher Kaffee (ja, free refill..) getrunken und zufällig Markus getroffen habe.

Abends dann wollten wir uns eigentlich mit ein paar Leuten in der Dbar treffen, einer Studentenkneipe nur für graduated students.. Da dort aber Halloweenparty war und alle nur mit Kostümen rumgerannt sind, haben wir uns schnell einen Plan B ausgedacht und sind auf ein Hopfenkaltgetränk ins Triumph.

Gruppenfoto Triumph

Julia, Robert, Björn und ich im Triumph







28.10.2005 - Halloween


Mittags habe ich mich wieder mit Tom zum Mittagessen getroffen. Dieses Mal sind wir ins Tiger Noodles gegangen. Danach gab es noch einen Kaffee im Small World Coffee.

Abends stand für Björn und mich eine kombinierte Geburtstags- und Halloween-Party auf dem Plan: Zwei von Björn's Siemens-Kolleginnen haben ihren Geburtstag nachgefeiert, und gleichzeitig war Kostümparty. Ich hatte leider kein Kostüm parat (es lohnt sich nicht wirklich für die kurze Zeit hier ein Kostüm zu kaufen..). Alles in allem eine recht coole Party. Ich habe unter anderen einen Aaron aus Dublin kennen gelernt, mit dem ich mich herrlich über das gute Irland unterhalten habe. Gegen halb Drei haben wir dann einen Abflug heim gemacht, weil für Samstag 7.30am aufstehen angesagt war.







29.10.2005 - Delaware Water Gap


Um halb Acht hieß es: Aufstehen, Wandersachen startklar machen, und ab zum Parkplatz von Siemens, Acht Uhr Treffen mit anderen Wanderbegeisterten. Denn heute stand eine Wandertour in der Delaware Water Gap auf dem Plan, die sich 65 Meilen westlich von New York an der Grenze zwischen New Jersey und Pennsylvania befindet. Der Fluss Delaware hat an dieser markanten Stelle eine Kluft in das Kittatinny-Gebirge gerissen, wer mehr darüber wissen möchte schaut hier.
Wir haben uns eine Wanderroute ausgesucht, die uns auf den knapp 500 Meter hohen Mount Tammany führte, von der aus wir eine spitzen Aussicht auf den Fluss Delaware hatten. Angeblich ist dieser Berg die höchste Erhebung New Jerseys (?). Es ging auf jeden Fall streckenweise steil bergauf, und der größte Teil der gesamten Wandertour war extrem steinig.

Aufstieg

Der Aufstieg auf den Mount Tammany

Der Aufstieg hatte teilweise wirklich nichts mehr mit Wandern zu tun, sondern hat schon mehr an Bergsteigen oder gar Klettern erinnert! Auf halber Höhe ergab sich jedoch schon eine grandiose Aussicht, quasi eine Art Vorgeschmack auf das, was einen dann oben erwarten sollte. So motiviert ging es also weiter bergauf. Und oben angekommen pfiff uns sogleich auch ein eisig kalter Wind um die Nasen. Das tat der Begeisterung aber keinen Abbruch: Die Aussicht war einmalig.

Ausblick

Der Ausblick von oben, flussabwärts

Auf dem Weg nach unten gab es noch viel spektakuläre Natur anzuschauen:

down

Die Natur prahlt mit leuchtenden Herbstfarben (Indian Summer)

Unten angekommen sind wir auf einen Gebirgsbach (Dunnfield) gestoßen, der sich einige Meilen durch die Berge schlängelt, um dann in den Delaware River zu münden.

creek

Dunnfield (Gebirgsbach), mündet in den Delaware River

creek

...am Fuße des Mount Tammany

Auf der Rückfahrt ergab sich dann an einer Aussichtsplattform am Highway noch eine gute Gelegenheit, die Farben des Indian Summer einzufangen:

indian_summer

Indian Summer in New Jersey: Eine unglaublich beeindruckende Farbpracht!

Dass wir nach dieser Bergwanderung fix und fertig waren brauche ich an dieser Stelle denke ich mal nicht explizit erwähnen, und so verlief der Nachmittag sehr ruhig - wir haben uns ausgeruht.
Abends dann haben wir nach dem Abendessen den Film Garden State angeschaut, ein Muss für jeden, der New Jersey bewohnt oder bereist. Der Film spielt in nämlich im Bundesstaat New Jersey, das halt den Beinamen Garden State trägt (was sogar auf jedem NJ Kennzeichen steht!).







30.10.2005 - Movin'


Für diesen Sonntag hieß es für Tom, Björn und mich, Misty beim Umzug zu helfen. Misty ist eine Bekannte von Tom und Björn. Sie hat sich zusammen mit ihrer Freundin Angela südlich von Philadelphia ein Haus gekauft, in das es nun galt, einzuziehen.

Doch vorher sind wir zu John gefahren, ein Freund von Tom und Björn. Dort durfte ich dann erst einmal ein sehr typisch amerikanisch Halloween-dekoriertes Haus bewundern (und ablichten):

halloween_house

John's Haus.. Happy Halloween! - "Caution: Enter if You dare!"

Das Wetter war der Hammer, und so ging es von John aus bei strahlendem Sonnenschein weiter zu Misty's Haus, was ca. 20 Minuten weit entfernt war.

Der Lkw war mit so vielen Helfern, wie wir an dem Tag waren, zügig ausgeräumt, und so konnten wir schnell zum gemütlichen Teil übergehen: Pizza, Spaten Oktoberfest-Bier und eine gute Jam-Session featuring Brendon and Tom.

the_move

Nach der Arbeit gab es reichlich Pizza und Spaten Oktoberfest

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Perfektes Wetter, um draußen zu essen (30. Oktober wohlgemerkt!)

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Brendon und Tom







31.10.2005 - Bombenwetter Ende Oktober


Wieder zum Lunch mit Tom verabredet habe ich mich gegen 12 Uhr mit dickem Mantel aus dem Haus machen wollen, trete vor die Tür - und bekomme einen Schlag: Es war dermaßen warm, dass ich auf der Stelle umgedreht bin, um mir meine Harringtonjacke zu holen, die mir dann aber auf dem Fahrrad auch zu warm wurde. Es war dermaßen genialstes Wetter: Locker über 20°C und strahlend blauer Himmel, Sonne pur! Eigentlich wollte Tom im Saladworks essen, aber aufgrund des Wetters sind wir zu einem Kiosk, wo es auch Warmes Fastfood gab (wo ich direkt am ersten Montag hier meinen Hamburger geholt habe), haben uns dort etwas zu essen bestellt und haben uns draußen auf die Stühle gepflanzt, um in der prallen Sonne zu lunchen. Einfach genial, kurz vor November.

lunch

Tom und ich genießen das Bombenwetter nach dem Mittagessen

Nachmittags dann habe ich mich erst ins Panera gesetzt, wo mein WLAN immer noch nicht funktionierte. Dann bin ich zur Princeton Public Library, um mir dort auf der Dachterasse noch mehr Sonnenstrahlen auf den Pelz brennen zu lassen. Die Public Library hat den Vorteil, dass dort das WLAN funktioniert ;)
Abends dann bin ich mit Björn noch Wäsche waschen gefahren, nichts besonderes mehr.. Außer, dass Halloween war, aber nur einmal bei uns geklingelt wurde. Liegt wohl daran, dass wir das Haus gar nicht geschmückt haben, und die Kinder wohl direkt zum Nachbarhaus gegangen sind. Gut so ;)









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Here and there - die kleinen aber feinen Unterschiede
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Amerikaner und Ethanol
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Wer hätte das gedacht?